Homöoarchiv

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homöopathische Bibliothek

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Archiv für die homöopathische Heilkunst - Stapfs Archiv

Im Jahr 1822 wurde die erste homöopathische Zeitschrift gegründet, das Archiv für die homöopathische Heilkunst. Der Herausgeber, Dr. med. Ernst Stapf aus Naumburg, ein getreuer Schüler Hahnemanns, schaffte somit das erste öffentliche Forum für die Homöopathen des engeren Kreises um die Homöopathie Hahnemanns.

Obwohl Hahnemann diesem Projekt zu Anfang eher kritisch gegenüberstand, sah er doch bald nach Erscheinen der Zeitschrift ein, dass es auch in seinem Sinne geführt würde und beteiligte sich aktiv daran.

Die Zeitschrift war der erste große Sendbote der neuen Heilmethode. Die dreimal jährlich erscheinende Zeitschrift wurde ganz in der Art der sonstigen wissenschaftlichen Archive geführt und umfasste u.a. folgende Themen:

• wissenschaftlich-theoretische Aufsätze
• Mitteilungen über Arzneimittelprüfungen
• Literaturvorschläge
• detaillierte Praxistipps
• Repertoriumsartikel
• Rezensionen über Buchveröffentlichungen
• mitgeteilte Krankengeschichten

Besonders letztere waren von großem Wert, da bis dahin nur sehr wenige Fallbeispiele veröffentlicht worden waren. Als mögliche Verifikationsnachweise von Prüfungssymptomen sind sie allerdings unverzichtbar.

Dem heutigen Praktiker bieten diese Fälle weite Einblicke in die Vorgehensweise der alten Homöopathen bei der Behandlung ihrer Patienten und deren Werkzeuge.

Eine große Anzahl berühmter Homöopathen veröffentlichte hierin Grundlagenwerke zur Homöopathie. Als Beispiel seien nur die Herren Ameke, Hering, Bönninghausen, Rummel, Groß, Franz, Attomyr, Wislicensus, Hartlaub, Moritz Müller und Messerschmidt genannt.

Gegnerische Schriften wurden häufig ausführlichst der Kritik unterworfen, indem man die Unzulänglichkeiten und Schwierigkeiten der allopathischen Schule immer wieder aufzuzeigen suchte. Ein Blick in diese Artikel zeigt, daß viele heutige Gegner der Homöopathie immer wieder die schon damals geklärten Einwände aufgreifen und damit nur ihre eigenen mangelhaften literaturhistorischen Kenntnisse entblößen.

Der heutige Praktiker, der ein wenig in der aktuellen homöopathischen Zeitschriftenliteratur bewandert ist, wird schon längst beobachtet haben, dass viele Quellenangaben zu vorstehenden Artikeln sich immer wieder auf das Archiv beziehen, was ein weiterer Beleg für die heutige Aktualität dieses Werkes ist.

Auch zu vielen Fachgebieten, notfallmedizinischen Erkrankungen, Kinderheilkunde, Gynäkologie und Geburtshilfe usw. oder zu Erkrankungen wie Schwindsucht, Cholera, Tuberkulose, Schlaganfall, Typhus, Geschlechtskrankheiten usw. finden sich nicht nur Fallbeispiele, sondern auch oft sehr übersichtliche, kurzgefasste Repertorien, welche auch dem heutigen - schon erfahrenen - Homöopathen von großem Nutzen sein können.

1848 wurde mit dem Band 23 das weitere Erscheinen des Archivs allerdings eingestellt, hatte doch die so genannte wissenschaftliche Richtung der Homöopathie (nach Hahnemann auch „Bastard- oder Halbhomöopathie“ genannt) immer mehr Fuß fassen können.

Bedingt durch die vielen Praxistipps, die sich in den Artikeln verbergen, sei das Werk jedem Praktiker zum Wohle seiner Patienten und der Verbreitung der genuinen Homöopathie sehr empfohlen.

Auch als Buch bestellbar im Verlag Homöopathisches Wissen.
Neugesetzter Reprint.